Die eigene Praxis

Kerstin Winterboer hat sich vor wenigen Monaten
selbstständig gemacht


Den Wunsch, sich selbständig zu machen, hatte Kerstin Winterboer schon lange.
Als auf der Bahnhofstraße nur 150 Meter von ihrer Wohnung entfernt geeignete Räumlichkeiten frei wurden, zögerte sie nicht lange. Am 18. August eröffnete die gelernte
Logopädin ihre eigene Praxis. Bereut hat sie diesen Schritt zu keiner Sekunde.
"In der eigenen Praxis zu arbeiten ist eine Herausforderung, die mir unheimlich viel Spaß
macht. Ich kann mir nicht vorstellen noch einmal als Angestellte zu arbeiten", sagt die
40-Jährige begeistert.

Frauen, die den Schritt in die Selbstständigkeit wagen, sind in Deutschland jedoch immer noch rar gesäht.
Das Land Nordrhein-Westfalen hat deshalb den Unternehmerinnenbrief initiiert.
Im Kreis Unna wird dieses Programm von der Stadt Lünen und der WFG umgesetzt.
Kerstin Winterboer hat von diesem Instrument zur Förderung von Unternehmensgründerinnen
auf einer Fachtagung erfahren.
Um den Brief zu erwerben, der unter anderem bei Banken als Referenz für die Darlehens-Gewährung genutzt werden kann, reichte Winterboer zunächst
einen 40-seitigen Geschäftsplan ein. Wie sieht der Markt aus? Was sind meine Ziele?
Ist die Finanzierung gesichert? Beraten und unterstützt wurde sie bei der Beantwortung
dieser Fragen von Marketing-Experte Christian Klotz. Ganz auf sich alleine gestellt war
Winterboer jedoch am Montag, als sie eine mündliche Prüfung vor einer sechsköpfigen Jury
bestehen musste. "Ich war schon erleichtert, als ich es geschafft hatte", sagt die
Logopädin, die sich jedoch sicher ist, dass sich der Aufwand am Ende ausgezahlt hat.

Der Unternehmerinnenbrief ist nämlich mehr als nur ein Qualitätssiegel.
Ein Jahr lang wird ihr nun ein Pate mit seinem fachlichen Know-how zur Seite stehen.
(
schö.)

Kerstin Winterboer mit ihrer Auszeichnung auf der ersten Anschaffung
für ihre Praxis: einem Schaukelpferd.
Foto: schö