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„Es gibt keine pauschalen Diagnosen“


KERSTIN WINTERBOER, ip. individuelle praxis


Bloß keine Schubladen ziehen – das ist das Motto von Kerstin Winterboer.
Dass die Logopädin ihrem 2007 gegründeten Unternehmen den Namen „ip. individuelle Praxis“
gegeben hat, ist nur folgerichtig. Ob sie Sprach-, Stimm- und Schluckstörungen,
Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche (LRS) oder Dyskalkulie (Rechenschwäche)
behandelt – immer gilt für sie: „Ich stelle mich auf jeden Patienten individuell ein, es gibt
keine pauschale Diagnose, Therapien müssen immer auf den Einzelnen abgestimmt sein.“
Zur ihr kommen viele Kinder im (Vor-)Schulalter, aber auch Erwachsene, die nach
Operationen oder belastet durch einen Sprechberuf Hilfe suchen.

Die Logopädin schöpft aus einem breiten Fundus an Methoden und Therapieformen.
Neben der logopädischen Ausbildung hat sie ein Diplom als Legasthenietrainerin, erst
kürzlich erwarb sie das Zertifikat „Language Route“, ein aus den Niederlanden stammendes
Sprachförderprogramm, das sie auch zur Ausbildung von Erzieherinnen und Erziehern qualifiziert.
Die Kombination von Logopädie und Training von Menschen mit Legasthenie, LRS und
Dyskalkulie in einer Praxis ist fachlich gesehen nicht ungewöhnlich, so Kerstin Winterboer.
Beim Blick auf die Praxenlandschaft aber immer noch selten. Dabei ergibt eine solche Verknüpfung viel Sinn, wie die Therapeutin erläutert: „Wenn in der frühzeitigen Logopädie
nichts passiert, dann kann auch LRS die Folge sein.“ Darum sei es so wichtig, die
Kindergärten, aber auch die Kinderärzte zu sensibilisieren. Denn – und hier sieht Kerstin
Winterboer ein großes Problem – „es werden mehr Sprachstörungen festgestellt als früher,
aber es werden immer weniger Therapien verordnet“.

Dass zurzeit in der Öffentlichkeit so intensiv über Sprach- und Bildungsfähigkeiten
von Kindern und Jugendlichen diskutiert wird
, sieht Kerstin Winterboer ambivalent.
Verunsichert erlebt sie nicht nur die Mediziner, verunsichert durch die öffentlichen Debatten
seien auch Kindergärten und Schulen, die sich wachsenden Anforderungen gegenüber sehen.
Dass auch Eltern und ihre Kinder so unter Druck geraten, ist nicht verwunderlich.
erstin Winterboer geht in Kindergärten und Schulen und informiert dort über den Unterschied
zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie, Störungsbilder und mögliche Förderungen,
sie arbeitet ehrenamtlich im örtlichen Jugendzentrum und berät in einer offenen Sprech-stunde insbesondere Migrantenfamilien.
Dass mit der öffentlichen Debatte über Lese-Rechtschreib- oder Rechen-Schwächen
zugleich immer mehr private Nachhilfe-Institute entstehen, sieht Kerstin Winterboer mit Sorge und will auch hier aufklären: „Als ich mir dort die Arbeit angesehen habe, war ich
sehr enttäuscht“, erzählt sie. „LRS-Kinder müssen individuell gefördert werden. In vielen
Instituten sind die Gruppen zu groß, die Methoden zu einheitlich.“

Wer Kerstin Winterboer zuhört, möchte glauben, dass sie nie etwas anderes hätte
tun wollen
, als als Logopädin in eigener Praxis zu arbeiten. So begeistert und überzeugend
erzählt sie von ihrer Arbeit. „Es ist großartig zu sehen, wie viel man mit Menschen erreichen
kann, an die niemand mehr an glaubt. Die individuellen Erfolge sind der eigentliche Lohn für
meine Arbeit.“ Dabei war sie keine, die nie etwas anderes sein wollte als Logopädin“.
Ihren Beruf fand sie im Rahmen einer Berufsberatung im Ausschlussverfahren. Ursprünglich
hatte sie nach dem Abitur Pädagogik, Sozialpädagogik und Theaterwissenschaften studiert.
Als die Logopädie als Alternative auftauchte fragte sie sich: „Warum bin darauf nicht eher
gekommen?“ 2000 begann sie mit der Ausbildung.

Den Gedanken an eine Selbstständigkeit hatte sie schon länger.
Dass sie sich jetzt in Bönen selbstständig gemacht hat, hatte mit der Lage der Praxisräume
zu tun. Die „Praxis am Markt“ ist direkt gegenüber der eigenen Wohnung. Für die Mutter
zweier Schulkinder eine gute Lösung, um berufstätig und zugleich für die Familie erreichbar
zu sein. Noch arbeitet Kerstin Winterboer allein, aber die Räume bieten für die Zukunft
Wachstumsmöglichkeiten. Ihre erste Patientin war übrigens Schauspielerin – auch so können
sich berufliche Kreise wieder schließen.

Kontakt:
ip. individuelle praxis
Kerstin Winterboer
Bahnhofstraße 41
59199 Bönen

Tel.: 0 23 83 / 912 540 1
www.ip-winterboer.de