Der Prototyp für falsches Sprechen:
Verona Pooth

Einmal zum mitmachen:
"Chiiieh! Öööh! Aaaäh!"
Kerstin Winterboer zögert keinen Moment, ihren Mund
so breit zu verziehen, dass sie eine Grimasse zieht. ...

Bönen, 10.03.2008
(JSR)

Den Kindern und Erwachsenen, die mit Sprachfehlern zu der Logopädin kommen, macht sie
es mit ihrer lockeren Art leicht.

Ein halbes Jahr nach Eröffnung ihrer Praxis veranstaltete die Mutter von zwei Kindern
den ersten Tag der offenen Tür. Für die jungen Patienten und ihre Geschwister gab es
Spiele im Überfluss. Eigentlich das übliche Arbeitswerkzeug von Kerstin Winterboer.

Neben Kindern und Erwachsenen mit Sprachfehlern arbeitet sie auch mit Leuten, die eine
Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyskalkalkulie (Rechenschwäche) haben. Ebenso berät
sie Menschen, die viel sprechen, und das auch noch falsch. Irgendwann komme da nämlich
der Zeitpunkt, an dem die Stimme aussetze.
Ein Prototyp für falsches Sprechen ist für die Logopädin Winterboer die Moderatorin Verona
Pooth. Der hohe Tonfall überanstrenge die Muskulatur so deutlich, dass es zu hören sei.

Auch Priester oder Lehrer würden zu dieser Klientel gehören. "Da klingelt die Pausenglocke
und ich muss noch ganz schnell und ganz laut sagen, was für die nächste Stunde
vorzubereiten ist..." Kerstin Winterboer schnappt am Ende des schnell gesprochenen Satzes
zum Beweis nach Luft.
Die meisten ihrer Patineten werden vom Hals-Nasen-Ohren-Arzt überwiesen. Die Stunden
gegen Legasthenie werden hingegen nicht von der Krankenkasse bezahlt.
Wer seinem Kind aber eine "seelische Behinderung" attestieren lasse, bekomme die Stunden
vom Jugendamt bezahlt.